Armut…

In unserer immer reicher werdendenglobalisierten Welt mag man meinen, dass diese Entwicklung sich positiv auf die Armutsbekämpfung auswirken würde. Doch wie steht es wirklich darum?Ab wann gilt man als „arm“?

Internationaler Schwerpunkt: Armutsbekämpfungwird auch nach dem Auslaufen der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) Schwerpunktder internationalen Entwicklungszusammenarbeit bleiben. Zunehmend stellt sich dabei allerdings die Frage, wie Armut definiert und gemessen werdensollte. Während die MDGs Armutnoch ausschließlich anhand der 1,25-US-Dollar-Armutsgrenze der Weltbankdefinieren und messen, werden in der Debatte für die zukünftige Post-2015-Entwicklungsagendazunehmend multidimensionale Armutsansätzeins Spiel gebracht.

Kritik an der Armutsgrenze: Rein einkommensbasierte Armutsmaße wie die 1,25-US-Dollar-Armutsgrenze lassen öffentliche Güterwie den Zugang zu Bildungs-und Gesundheitssystemen ebenso unberücksichtigtwie die Tatsache, dass Menschen verschieden sind undsich damit ihre Fähigkeit, finanzielle Ressourcen zu verwerten, zwangsläufig unterscheidet.

Ein neuer Ansatz?:Angesichts der berechtigten Kritik an der einkommensbasierten Armutsmessung und der neuen Möglichkeiten, die der capability approacheröffnet, gewinnen multidimensionale Ansätze zur Armutsmessung spätestens seit den 1990er Jahren an Bedeutung. Statt die verschiedenen Dimensionen von Armut indirekt durch mangelndes Einkommen abzubilden, erfassen multidimensionale Armutsmaße diese direkt. Sie lassen sich dabei in zwei Kategorien unterteilen: additiveund nicht-additiveArmutsmaße.

Quellen:

https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52680/armut

https://www.bpb.de/apuz/201657/verteilungsgerechtigkeit-in-der-armutsmessung

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/verteilungsgerechtigkeit-48564

Ist Gerechtigkeit…

Sozial, gleich verteilet, im Sozialstaat gegeben, hoch oder niedrig, diese Wörter prägen seitder in den 1990er Jahren zunehmende Diskussion um die Chancengleichheit. Insbesondere auch die Widervereinigung hat diese Dynamik noch einmal bestärkt. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff von Chancengleichheit?

Stabile Ambivalenzist das richtige Stichwort, wenn es um die Einschätzungen in Sachen Gerechtigkeit geht: Während mehr als zwei Drittelder Deutschen der Auffassung ist, dass die soziale Gerechtigkeit eher abgenommen hat, beurteilen die gleichen Menschen Deutschland im internationalen Vergleich als sehr gerechtes Land.

Perspektivenwandel zum Sozialstaat: Der Sozialstaat sei zutiefst ungerecht geworden, weil er seine Leistungen willkürlich und nicht selten an den wirklich Bedürftigen vorbei verteile. Diese wachsende Kritikan einem ausufernden Sozialstaat veränderte die bis in die 1990er Jahre vorherrschende und auf Umverteilung konzentrierte Interpretation des Gerechtigkeitsbegriffs nachhaltig. Es gehe nun „um eine gerechte Verteilung von Chancen, also den Möglichkeiten, seine eigenen Lebenspläne zu verwirklichen. Dies umfasst nicht nur die materielle Absicherung oder einen Anteil am gesellschaftlichen Wohlstand, sondern vor allem auch den Zugang zu Bildung, Kultur und die Ermöglichung politischer Teilnahme.“

Staffelung der verschiedenen Ausprägungen:

1.Chancengerechtigkeit

2.Familiengerechtigkeit und die Leistungsgerechtigkeit

3.letzter Stelle, hinter der Generationengerechtigkeit, steht die Verteilungsgerechtigkeit, die nur noch 21 Prozent der Befragten als ganz besonders wichtig einschätzen.

Chancengleichheit:Hier richtet sich der Blick besonders auf die Lebensperspektiven von Kindern und Jugendlichen. Eine Mehrheit der Eltern bezweifelt, dass Chancengerechtigkeit in der Gesellschaft und speziell im Bildungssystem gegeben ist, und die Lehrer*innen teilen diese Ansicht mit deutlicher Mehrheit.

ChancengleichheitDE im OECD-Vergleich: Es muss ernst genommen werden, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder aus sozial schwächerem Umfeld durch Bildung am gesellschaftlichen Wohlstand teilnehmen können, in Deutschland deutlich geringer ausgeprägt ist als in anderen OECD-Staaten.

Quellen: https://www.dw.com/de/studie-chancengleichheit-und-gerechtigkeit-in-der-eu/a-41412711